Kunst: Vom 10. Mai bis zum 25. September 2011 ist die Daimler Kunst
Sammlung erstmals zu Gast im Mercedes-Benz Museum in Stuttgart. Die
außergewöhnliche Ausstellung Art & Stars & Cars präsentiert rund 250
Werke von etwa 120 international renommierten Künstlern. Die
Sonderschau reicht von Klassikern Konstruktiver und Konkreter Kunst
aus dem süddeutschen Raum bis hin zu zeitgenössischen Fotografien und
Videos internationaler Gegenwartskünstler. Zusätzlich wird die
Ausstellung durch die Begegnung mit drei neuen künstlerischen
Auftragsarbeiten bereichert.
„Wir sind stolz darauf, im Jubiläumsjahr des Automobils eine so
hochkarätige und umfangreiche Auswahl an Werken der Daimler Kunst
Sammlung im Mercedes-Benz Museum zeigen zu können“, sagt Michael Bock,
Leiter von Mercedes-Benz Classic und Geschäftsführer der Mercedes-Benz
Museum GmbH. „Die Kuratorin der Daimler Kunst Sammlung hat ihre
Schätze mit viel Fingerspitzengefühl in die bestehende Ausstellung
integriert. Unsere Besucher erwartet bei dieser spektakulären Schau
ein völlig neues Erlebnis“.
Art & Stars & Cars ist eine Ausstellung der 1977 gegründeten Daimler
Kunst Sammlung. Die international renommierte Unternehmenssammlung
umfasst rund 2 000 Werke zu den Schwerpunkten abstrakte Avantgarden,
junge Medienkunst und Automobil und ist mit 30 großen Skulpturen im
öffentlichen Raum vertreten. Bislang war die Sammlung bei wechselnden
Ausstellungen zwischen Singapur und São Paolo, Kapstadt und Wien zu
sehen. „Nach zahlreichen, international erfolgreichen Ausstellungen
freue ich mich ganz besonders, eine breite Auswahl der Daimler Kunst
Sammlung am Stammsitz unseres Unternehmens vorstellen zu können. Und
wo könnte dies stimmiger und aufregender geschehen als in dem
spektakulären Bau des Mercedes-Benz Museums der Architekten van Berkel
& Bos?“, sagt Dr. Renate Wiehager, Leiterin der Daimler Kunst
Sammlung.
Konzipiert nach chronologischen, ästhetischen und thematischen
Kriterien werden Highlights der Sammlung sowie drei neue
Auftragsarbeiten den automobilen Highligths im Mercedes-Benz Museum
zur Seite gestellt. „Die größte Herausforderung war es, die
ausgestellten Werke von Adolf Hölzel über Andy Warhol bis Sylvie
Fleury so in den Parcours der Automobile aus 125 Jahren
Unternehmensgeschichte zu integrieren, dass kein Auto weichen musste.
Vielmehr sollen die Kunstwerke eine eigenständige Präsenz im Gegenüber
und im Dialog mit dem Design und der Kulturgeschichte des Fahrzeugs
von der Motorkutsche bis zu den jüngsten Fahrzeugstudien entfalten“,
so Wiehager weiter.
Weg durch die Ausstellung
Den Auftakt bilden im Mythosraum 1 die Werke des Stuttgarter
Hölzel-Kreises und die berühmte Cars-Serie von Andy Warhol im direkten
Gegenüber mit den ersten Automobilen der Welt von Carl Benz und
Gottlieb Daimler. Pietro Sanguinetis auto- wie kunstbezogene
Wortskulpturen in Mythosraum 2 stehen im Kontext der Geburt der
Wortmarke Mercedes im Jahr 1902. Der skulpturalen Präsenz der
eleganten und schnellen Kompressorwagen der 1920er und 1930er Jahre im
Mythosraum 3 antworten die großen, eleganten Objektbilder der Künstler
John M Armleder und Anselm Reyle. Zu entdecken sind weitere Kunstwerke
wie die Videos von Kirsten Mosher, eine dynamische Lichtskulptur von
Andreas Schmid und die einhundert Readymades von Armleder auf der
Ladefläche eines Kastenwagens. Im Mythosraum 5 überrascht eine Mimikry
besonderer Art: Der Mercedes-Benz 190 ist kein normales Auto, sondern
ein Kunstwerk von Bertrand Lavier. In unmittelbarer Nachbarschaft dazu
die monumentalen Zeichnungen von 1990er Automodellen des Amerikaners
Robert Longo. Wandobjekte von George Henry Longly und Gerold Miller
setzen einen Kontrapunkt zur medial inszenierten Decke aus 10 000
LED-Lampen im Mythosraum 6. Höhepunkt und Abschluss bilden die
Videoarbeiten der Schweizer Künstlerin Sylvie Fleury bei den Rennwagen
und auf der Medienwand im Bereich „Faszination Technik“.
Collectionsraum 5
Der 600 Quadratmeter große Collectionsraum 5 ist allein den Vertretern
abstrakter Avantgarden und internationaler Medienkunst vorbehalten.
Rund einhundert Werke laden ein, Schwerpunkte der Daimler Kunst
Sammlung kennenzulernen: Konstruktive und konkrete Tendenzen mit
Bildern von Josef Albers, Anton Stankowski oder Camille Graeser, ein
Dialog von Linie, Fläche und Raum mit Werken von Georges Vantongerloo,
Norbert Kricke und Ben Willikens, Bild- und Raumobjekte der
Zero-Avantgarde um 1960, Klassiker der Minimal Art um 1970 von
Charlotte Posenenske oder Franz Erhard Walter, und aktuelle Foto- und
Videoarbeiten von Künstlern aus Indien, Südafrika und den USA.
Drei neue Auftragsarbeiten für die Daimler Kunst Sammlung 2011
Ergänzt wird die Ausstellung Art & Stars & Cars um drei neue
Auftragsarbeiten zeitgenössischer Künstler. Der Schweizer Nic Hess
hat, gemeinsam mit der Mercedes-Benz Design Abteilung, für die
Rennkurve in Mythos 7 eine raumgreifende Installation entwickelt, mit
einem Patchwork-Nomadenzelt für einen DTM-Wagen, einer großen
Klebeband-„Zeichnung“ und weiteren skulpturalen Eingriffen. Der
Münchner Michael Sailstorfer reflektiert die Designpraxis des
„Morphing“, indem er einen Mercedes-Benz 190 per Collagetechnik in
einen fahrbereiten C 111 umbaut. Der algerische Künstler Philippe
Parreno thematisiert mit einer Art Film-Zeit-Skulpur das Motiv des
„Ewigen Gartens“.
Begleitpublikationen
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in deutscher und englischer
Sprache im Magazinformat: „Art & Stars & Cars“, herausgegeben von
Renate Wiehager. Er enthält einen essayistischen Überblick über
„Stationen der Modernen Kunst in Stuttgart 1886 - 2011“, ein
Werkverzeichnis aller ausgestellten Kunstwerke, Biographien, Kurztexte
sowie ein Glossar. 29 x 34,5 cm, 216 S., 750 Abb., Hatje Cantz 2011,
19,80 Euro.
Ein kostenloser Flyer zu den Inhalten der Ausstellung liegt an der
Museumskasse aus.
Der Eintritt in die Sonderausstellung ist im regulären Tagesticket inbegriffen.

